Gibt es gute Erotik-Romane?

Ich lese gerne und so viel, wie meine Zeit zulässt.
Meistens abends bevor ich das Licht ausschalte und mich in Morpheus‘ Arme begebe. Da hat man nicht immer Lust auf hochtrabende und anstrengende Literatur (außerdem hat man im Unialltag schon genug damit zu tun).
Manchmal ist dann selbst eine Kurzgeschichte von Lovecraft zu anstrengend und A Song of Ice and Fire will man sowieso nicht weiter lesen, weil man weiß, dass es einen nur deprimierend wird.
So oder so ähnlich erging es mir gestern.
Ich starrte also auf eines meiner Bücheregale und überlegte, welches Buch ich mir greifen könnte.
Ich entschied mich, trotz schlimmer Vorahnung, für Der Kuss des Satyrs.

Klappentext besagt folgendes:

Die Toskana im 19. Jahrhundert. Für Jane sollte ein Traum in Erfüllung gehen, als der attraktive Nicolas sie heiratet. Doch Jane ist eine unkonventionelle Frau, die nicht bereit ist, sich ihrem Gemahl brav unterzuordnen. Sie ahnt nicht, dass Nicolas ein Geheimnis hat: Einmal im Monat, bei Vollmond verwandelt er sich in einen Satyr, jenen mythischen Naturgeist, der nur für die Leidenschaft lebt …

Ja. Ein erotischer Roman.
Ich hatte da mal irgendwann eine Phase und hab das aus mir heute unbekannten Gründen gekauft (wahrscheinlich hat mir das Cover gefallen), ins Regal gestellt und nicht mehr angeguckt. Amazon erinnert mich aber regelmäßig mittels Newsletter an seine Existenz und berichtet mir stolz, dass es weitere Bände gibt, die mich sicher auch interessieren.
Nun, ich begann also zu lesen.
Standardmäßig kam natürlich ein Prolog. Man lernt den Hauptcharakter (besagten Nicolas) kennen, den Wer-Satyr mit zwei Penissen. Zwei Penisse?! Ich dachte erst, ich les‘ nicht richtig. Aber doch: Anscheinend war ein Satyr nicht nur ein lustiges Gemisch aus Mensch und Pferd (oder Esel, Darstellungen variieren), nein! Er hatte auch zwei Penisse!
Das war mir neu und der Moment, in dem ich mich vergewisserte, dass das Buch von einer Frau geschrieben war. (Es erscheint mir eher wie eine männliche Wunschvorstellung.)
Egal. Darüber könnte ich hinweg sehen, den hat der Wer-Satyr nur einmal im Monat und auch nur bis zum ersten Orgasmus während des Vollmondes.
Worüber ich nicht hinweg sehen konnte, war der grausam klischeelastige Schreibstil und die schon nach 2 Seiten als Stereotypen erkennbaren Charaktere.
Also packte ich das Buch nach vielleicht 10 Seiten weg und las stattdessen eine Kurzgeschichte von Lovecraft (Polaris, falls es jemand gern auch lesen möchte, war interessant).
 
Mir stellte sich nach diesem „Erlebnis“ wieder die Frage:
Gibt es gute Erotik-Literatur?
Nicht zu kitschig, noch kein Porno und vielleicht nicht nur eine Aneinanderreihung von Klischeesätzen (Seine breiten Schultern drohten seine Weste zu sprengen oder sowas) und stereotypen Charakteren?
Oder muss ich das doch selbst in Angriff nehmen und den ersten guten Erotikroman schreiben?

Yours, Aly

Follow me on Twitter

Advertisements

Ein Gedanke zu “Gibt es gute Erotik-Romane?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s