Tabula Rasa

Wie stellte mein Freund doch gestern fest: Der Juli war ein ganz schön trauriger Monat, oder? Nichts geschafft, Träume begraben…
Naja.
Ganz so schlimm war es nun auch wieder nicht.
Ich habe endlich etwas geschafft, das schon lange überfällig war. Es stand nur nicht auf meiner To-do-Liste. Es war quasi eine spontane Entscheidung.
Es war dringend mal an der Zeit richtig aufzuräumen. Und zwar nicht nur oberflächlich getreu des Mottos: „Ja, ich hab alles aufgeräumt! Wie, du willst in den Schrank gucken? Nee, lass mal lieber. Steinschlag-Gefahr.“
Das heißt natürlich, dass auch aussortiert werden muss.
Bei meinem Kleiderschrank schaffe ich das mittlerweile regelmäßig 2 – 3 Mal im Jahr. Alles andere…naja. Die Schubfächer quellen über mit Krims, in den Schränken sammelt sich Krams. Wie das eben so ist.
Und so stehen in den Badezimmerschränken angefangene Shampooflaschen in Hülle und Fülle neben Duschgels und Bodylotions, deren Alter man gar nicht erst vermuten mag.
3 Stunden habe ich allein in meinem Bad verbracht, die Schränke ausgeräumt, aussortiert, geputzt und wieder eingeräumt. Ich hab kurzen Prozess mit den Sachen gemacht. Ziemlich viel landete dabei in der Tonne oder wanderte zumindest aus dem Bad in meine Kammer (ja, ich hab eine Kammer, dafür aber keinen Kellerraum). Und am Ende war das Bad blitzeblank und alles, was so hinter die Schränke gepurzelt war, war wieder hervorgezaubert.
Aber gut, Kosmetika aussortieren ist nicht so schwer.
In meinen Zimmer häufte sich da ein ganz anderes Problem: Bücher.
Ich liebe Bücher. Und Bücher haben die Angewohnheit, dass sie sich nicht aufbrauchen wie z.B. Shampoo. Auf Vorrat kauft man sie aber trotzdem. Und so habe ich in insgesamt 5 Regalen so viele angehäuft, dass sie in vielen Fächern doppelreihig stehen mussten. Der größte Teil hat bereits 2 Umzüge hinter sich. Einige sogar 3 (ich weiß allerdings nicht genau, wie viele, sehr wenige aber nur). Immer habe ich mich dagegen gesträubt, an dieser Situation mal etwas zu ändern. Bücher sind immerhin toll und übervolle Regale fand ich lange Zeit einfach toll. Sind ja auch was zu angeben. Aber inzwischen? Ich habe mittlerweile einen Ebook-Reader. Kommt dem herrschenden Platzmangel sehr entgegen. Aber was nun machen mit den Büchern, die bereits seit 8 Jahren unbeachtet im Regal vor sich hinstauben? Ja, sowas hab ich. Gekauft im Buchrausch. Weil das Cover interessant aussah. Weil der Klappentext interessant klang. Weil ich grad in der Phase historischer Romantikkram war. Weil ich ja die anderen Bücher von Stephen King auch hab. Weil es nur €1,99 gekostet hat. Weil ich es geschenkt bekommen hab. Oder weil ich nostalgisch bin und mich eben nicht von Bücher trennen kann.
Aber warum sowas behalten? Warum ein Buch, das ich gelesen hab und nicht nochmal lesen werde behalten? Warum ein Buch, das ich nur im Regal umhergeschoben aber sonst nicht mal mit dem Popo angeguckt hab, aufheben? Mit meinen Klamotten mache ich das doch auch nicht. Wenn ich etwas ein Jahr nicht mehr angezogen hab, sortiere ich es doch auch aus. Klar, schade um das Geld, das ich bzw. andere dafür ausgegeben hab, aber bei der Begründung müsste ich ja alles aufheben.
Rational gesehen also eine leichte Entscheidung. Für mich war es trotzdem schwer. Aber was sein muss, muss sein.
Und so habe ich in meinen Bücherregalen tabula rasa gemacht gemacht und alles aussortiert, was ich nicht noch einmal oder ganz bestimmt nie lesen werde. Insgesamt, mit allen Mangas und so, müssen es wohl an die 100 Stück gewesen sein. Stolze Zahl. Ganz besonders, wenn man bedenkt, dass ich trotzdem noch viele Bücher habe. Und ich durchaus noch ein paar hätte mit ausräumen können. Die Reihe vom Dunklen Turm werde ich wohl kaum nochmal lesen, aber die sieht so hübsch aus im Regal x’D
Ein paar der Bücher haben bei einer sehr guten Freundin ein neues Zuhause gefunden (bzw. werden es finden, sobald sie die Kiste abholt). Und der Rest? Nun ja. Der ist in die Papiertonne gewandert. Und glaubt nicht, ich hätte vorher nicht geschaut, was man damit hätte machen können. Aber irgendwie wollte keine Internetplattform, auf der man Bücher zu pauschalen Preisen verkaufen kann, meine Lieblinge haben. Und auf Ebay hatte ich keine Lust. Da wäre der Gewinn nach Abzug von Gebühren und Versand auch verschwindend gering. Tja. Und so wurden sie letzte Woche Mittwoch von der Müllabfuhr abgeholt und fuhren ihrem Schicksal entgegen.
Danach ging es mir irgendwie besser. Es hatte schon etwas befreiendes, sich von diesem „Ballast“ zu trennen.
Der Rest war dann Schmuck am Nachthemd.
Und so kann ich also sagen, dass ich im Juli doch was tolles geschafft hab :)

Yours, Aly

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Ein Gedanke zu “Tabula Rasa

  1. Pingback: [Gemacht] Blondierwäsche | alyceen

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