Weihnachtsgedanken

Wo soll man da eigentlich anfangen?
Was sind so meine Traditionen zu Weihnachten? Nicht nur speziell an Weihnachten selbst, sondern auch in der Adventszeit?
Natürlich: Plätzchen backen, die Wohnung (oder zumindest das Wohnzimmer) dekorieren, sich durch die Menschenmassen auf dem Weihnachtsmarkt schieben – mal fluchend, weil man eigentlich nur zur Straßenbahn will, mal romantisch und verträumt in Gedanken versunken, weil einem Schneeflöckchen in die Haare schweben und einfach alles wunderbar ist -, Geschenke suchen und verpacken, Glühwein trinken, Weihnachtsmusik hören.
Ich mag diese Zeit, besonders, wenn der Wettergott sogar pünktlich zum Beginn der Adventszeit Schnee zur Erde schickt.
Ich bin zwar jedes Jahr aufs Neue schockiert und genervt, dass bereits Ende August/Anfang September Lebkuchen & Co. in den Supermärkten allgegenwärtig sind, aber am ersten Dezember habe ich das vergessen und freue mich einfach.
Und stelle jedes Jahr aufs Neue fest, dass im Dezember jeder Tag mindestens 48 Stunden bräuchte, um alles zu machen, was ich machen möchte und muss.
Ich möchte ganz viel zu Hause eingekuschelt sitzen und heiße Schokolade trinken, Plätzchen futtern, Weihnachtsfilme gucken und stricken. Oder Zeichnen.
Ich möchte aber auch genauso bei Kerzenschein lesen. In der Badewanne planschen. Weihnachtsgeschenke machen. Im Schnee spazieren gehen. Mehr Vanillekipferl backen. Manches lässt sich da nicht so gut kombinieren. Und bei aller Gemütlichkeit: Ein bisschen Zeit muss schon auch für die Uni bleiben. Aber nur ein bisschen.
Das Lese-Strick-Dilemma ist dieses Jahr sehr ausgeprägt.
Geht einfach nicht parallel, ich muss mich also für eins davon entscheiden. Schwierig, schwierig.
Seit ich Schweinsgalopp bekommen habe, hat es sich zu meiner Adventslektüre entwickelt. Ich lese es jetzt bereits das dritte Mal. Es ist noch nicht langweilig und immer noch kann ich nicht erwarten, zu lesen wie es weiter geht. Was man alles so in einem Jahr vergisst, ist faszinierend. Es ist für mich ein unheimlich schönes Weihnachtsbuch. Ich kann es nur jedem wärmstens empfehlen (ich hab es dieses Jahr sogar meinen Eltern aufgezwungen; allerdings habe ich keine Ahnung, ob sie schon angefangen haben). Meiner Meinung nach brauche ich mit den anderthalb Wochen, die ich jetzt bereits dran sitze, schon zu lange, aber da kam dann auch immer wieder ein Strickstück dazwischen (oder die Uni … oder mein Freund, der will auch ab und zu Aufmerksamkeit :P)
Ein Film, den ich zu Weihnachten auch immer wieder gerne gucke, ist Polarexpress. Die Idee dahinter finde ich einfach schön.
Und natürlich ist an Heiligabend Drei Haselnüsse für Aschenbrödel mit meinen Eltern Pflicht. Den Film kann ich mittlerweile mitsprechen. Und er ist immer wieder toll. So, wie die meisten anderen DEFA-Märchenfilme auch. Ich brauch kein visuelles Spektakel á la Avatar zum Glücklichsein; liebevoll drapierte Papptannenbäume mit Federschnee drauf reichen vollkommen aus. Oder Männer in grandiosen Bärenkostümen. Wäre ich Heiligabend nicht immer so müde, würde ich auch jedes Jahr nach Aschenbrödel noch Das kalte Herz gucken. Auch ein wunderbarer Film.
Nebst Schweinsgalopp ist in den letzten Jahren noch ein neues Advents-Muss dazu gekommen: Ente essen mit den Mädels hier.
Ein Mal im Jahr schalte ich das schlechte Gewissen gegenüber gekauftem toten Tier ab und serviere Ente mit Kartoffeln und Rotkohl bei Kerzenschein. Dieses Jahr wird es sogar frischen Rotkohl geben. Normalerweise lebe ich ja eher vegetarisch aus Überzeugung (allerdings nicht, weil ich finde, es sei falsch ein Tier zu Töten um sich davon zu ernähren – das empfinde ich als natürlich; andere Faktoren wiegen da aus meiner Sicht viel schwerer), aber die Ente zu Weihnachten … damit bin ich groß geworden. Es war und ist etwas, auf das ich mich das ganze Jahr gefreut habe und freue, denn diesen Luxus gibt es nur zu Weihnachten (daheim brauch ich nicht mal ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Tier haben, da ich genau weiß, wo es herkommt und dass es Leben hatte). Es ist immer ein schöner Jahresabschluss mit den Mädels hier. Ebenso wie der Jahresabschluss mit den Mädels zu Hause. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie lange wir uns schon kurz vor Weihnachten zu einem gemeinsamen Essen in unserem Lieblings-China-Restaurant einfinden. Seit wir die Schule beendet haben, ist es so ziemlich die einzige Gelegenheit, zu der mal alle zu Hause sind und somit ist es mir jetzt noch wichtiger und lieber geworden.
Ebenso wie das Familientreffen am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag. Auch wenn mir die Verwandschaft naturgemäß nach etwa 15 Minuten auf die Nerven geht :P Ich hab sie alle lieb und freue mich, sie zu sehen.
Und natürlich zu Hause bei meinen Eltern (und unserem Kater) zu sein. Auch, wenn ich dafür Weihnachten noch nie mit meinem Freund verbracht habe.
Bleiben noch ein paar klassische Sachen, die schon ewig so sind, wie sie sind:
An Heiligabend gibt es bei uns Kartoffelsalat und Würstchen.
Bei der Bescherung darf ich immer unter den Baum kriechen. Versuche, das auf den Kater abzuschieben sind kläglich gescheitert; ebenso meine Bemühungen, mal wieder einen richtigen Weihnachtsmann zu haben (irgendwie scheinen alle der Ansicht, nur weil ich jetzt meinen Namen rückwärts buchstabieren kann, wäre ich zu alt dafür). Vielleicht kann ich mich dieses Jahr mit meinem kaputten Rücken drum drücken. Außerdem bestehe ich darauf, dass während der Bescherung das erfolgreichste Album vom guten Frank Schöbel (Weihnachten in Familie) oder Michael Schanzes Klingender Adventskalender läuft. Manche Sachen bürgern sich eben ein. Ich weiß gar nicht, wie lange wir diese Alben schon haben (das eine hatten wir vor der CD bereits auf Schallplatte). Nur in einem Jahr gab es eine Ausnahme: Da musste meine Familie sich die Weihnachts-CD der Toten Hosen anhören (ich glaube, sie waren sehr froh, dass ich danach wieder die alten Sachen hören wollte).
Mit einer „Tradition“ musste ich dieses Jahr brechen: Mein Schwibbogen brauchte eine neue Lichterkette. Die alte, ein Relikt meiner Kindheit, hat nun endgültig den Geist aufgegeben. Aber das darf sie auch. Ich glaube, die Kette war ungefähr so alt wie ich. Dass sie überhaupt so lange gehalten hat, ist doch ein Zeichen dafür, dass in der DDR keineswegs alles schlecht war.

Was sind eure Traditionen in der Weihnachtszeit?
Yours,
Aly <3

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