Was mich nervt

Ich wollte schon länger einen Beitrag darüber verfassen, bin aber irgendwie nie dazu gekommen.
Da sich nun heute gleich wieder drei Situationen begaben, in denen ich mir dachte: „Scheiße ey, das nervt!“, dachte ich, dass nun wohl der richtig Zeitpunkt wäre, diesen Beitrag in Angriff zu nehmen. Es ist natürlich keine erschöpfende Liste. Auch sind es keine weltbewegenden Dinge, eher Kleinigkeiten des Alltags, Dinge, die jedem von uns jeden Tag begegnen. Oder fast jeden.

Leute, die zu inkompetent oder faul sind, ihre Pappkartons platt zu machen.
Es ist doch wirklich nicht schwer. Und es kann sogar Spaß machen auf so eine Karton zu springen. Weiterer Vorteil: Die frisch geleerten Papiermülltonnen sind nicht sofort wieder voll. Die anderen Hausbewohner können auch noch Papier und Pappe hinein tun! Hooray! Es kostet nicht viel Zeit so einen Pappkarton platt zu drücken. Wenn man sich nicht gnadenlos dumm anstellt, tut es nicht mal weh. Und es schadet auch niemanden, wenn man das Zeug ein bisschen in die Tonne drückt. Ich mein, es ist nur Pappe, nicht der Biomüll.
Manchmal bin ich kurz davor einen gepfefferten Anschlag an unserem Schwarzen Brett zu machen und alle meine Nachbarn im Haus zu beschimpfen, weil es mich dermaßen ankotzt, dass sie zu faul sind, mal auf sowas zu achten (ich unterstelle jetzt einfach mal allen Parteien die nötige Intelligenz, diese einfache Handlung auszuführen). Ich habe tatsächlich oftmals das Gefühl, dass ich die einzige hier bin, die sich darum kümmert. Und jedes Mal rege ich mich erneut darüber auf, dass die Tonne schon wieder von riesigen Kartons verstopft ist, wenn ich meinen Papiermüll raus schaffe, obwohl die Tonne erst vor einem Tag geleert wurde.

Leute, die meinen die einzig existierenden Wesen auf der Welt zu sein.
Okay, das klingt etwas verwirrend. Aber lasst mich erklären.
Stellt euch folgende Situation vor: Ihr geht eine Treppe rauf, auf der zwei Personen ordentlich nebeneinander gehen können. Ihr seid allein. Euch kommen zwei nebeneinander gehende Personen entgegen. Keine davon macht Anstalten, sich auch nur einen Zentimeter aus dem Weg zu begeben.
Meine Schultern haben eine gewisse Breite, gegen die ich nichts machen kann. Ich habe also nicht so recht eine Möglichkeit, mich hier aus dem Weg zu begeben. Ich habe andererseits auch nicht wirklich ein Problem damit solchen Leuten besagte Schultern in den Oberkörper zu rammen. Diese Leute sehen das manchmal nicht so gelassen. Ist mir dann aber auch egal.
So oder so ähnlich hat das bestimmt schon jeder erlebt. Meine liebste Abwandlung davon: Schmaler Bürgersteig, auf dem man nicht mit dem Rad fahren darf (aufgrund der Büsche rechts und der Parkplätze links hat man selbst als einzelner Fußgänger gerade so genügend Platz). Radfahrer von hinten. Mal abgesehen von seinem ohnehin schon verkehrswidrigen Verhalten, will er auch noch ohne zu klingeln an mir vorbei. Und motzt mich dann voll, wenn ich keinen Platz mache. Was ich a) nicht kann, weil physikalisches Grundgesetz: wo ein Körper ist, kann kein anderer sein – wir erinnern uns an die Büsche und parkenden Autos – und ich b) dank fehlendem Klingelzeichen nicht einmal mitbekommen habe, dass der Bedarf besteht, Platz zu machen.
In eine ähnliche Kategorie fallen auch die rüstig-respektlosen Rentner, die der Ansicht sind, jeder jüngere Mensch müsse sofort springen, wenn sie in der Nähe sind. Und zwar mit der Begründung, dass sie selbst ja alt und die jungen Leute eben jung sind. Auch unter dieser Personengruppe neigen einige dazu, anzunehmen, dass ich Augen im Hinterkopf hätte. Oder einen sechsten Sinn für Rentner. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich blöd von der Seite (bzw. von hinten) angemacht werde, weil ich nicht sofort von meinem Sitzplatz aufgesprungen oder aus dem Weg gegangen bin, als besagtes Subjekt die Straßenbahn betreten hat. Ich bin dann erstmal irritiert, denn oft genug lese ich ein Buch oder höre Musik und bekomme schon nicht wirklich mit, was vor mir passiert. Geschweige denn hinter mir. Ich habe nicht das geringste Problem damit, einem älteren oder sitzplatzbedürftigen Mitmenschen meinen Sitzplatz zu überlassen. Ich mache das sogar ohne Aufforderung, wenn ich so jemanden einsteigen sehe und erst recht, wenn ich freundlich (oder zumindest angemessen) danach gefragt werde. Das ist doch immerhin nicht zu viel verlangt und dabei bricht sich auch keiner einen Zacken aus der Krone. Gott sei Dank habe ich bis jetzt immer noch mehr freundliche Rentner getroffen. Mit manchen habe ich sogar schon sehr nette 10-Minuten-Unterhaltungen gehabt, wie man sie mit einer fremden Person so eigentlich nicht erwartet.

Autofahrer, die meinen über der StVO zu stehen.
Ehrlich, das ist wohl das, was mich im Alltag am meisten aufregt. Zumal das etwas ist, das potentiell gefährlich ist. (Gleiches gilt übrigens auch für viele Radfahrer. Die sind meistens sogar noch schlimmer, weil sie schlechter zu sehen sind.)
Blinken kann doch wohl nicht so verdammt schwer sein, dass hier anscheinend jeder zweite Autofahrer der Meinung ist: „Kann ich nicht.“. Ein Mal habe ich an einer Kreuzung (ohne Ampel) schon fast unter einem Auto gelegen, weil der *pieps* am Steuer nicht geblinkt hat und ich dachte: „Gut, er fährt geradeaus, dann kann ich ja gehen.“. Falsch gedacht. Er fuhr rechts rum. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass der sich auch noch aufgeregt hat.
Ich habe auch aufgehört zu zählen, wie oft ich am Gerichtsweg wohl schon unter die Räder gekommen wäre, wenn ich mit meinem Fahrrad in dem Moment losfahren könnte, in dem meine Fahrradampel umschaltet. Fast immer gibt es einen Idioten (manchmal auch zwei oder drei), der noch bei Rot über seine Ampel fährt. Die Autofahrer und ich stehen nebeneinander an der selben Ampel. Es gibt eine für Geradeaus-Fahrer, eine für Rechtsabbieger und eine für Radfahrer auf ihrem Radweg. Folglich sehe ich also die Deppen auf der Rechtsabbiegerspur nicht, nur den ersten in der Reihe vorne an der Kreuzung. Naja. Bis jetzt bin ich ja noch heile. Dank meiner Umsicht.
Ich geb zu, dass ich mir auch schon einen richtigen Klops im Straßenverkehr geleistet hab, aber das war nicht beabsichtigt. Seit diesem Tag weiß ich allerdings, warum die einem in der Fahrschule beibringen, dass man bei Fußgängern damit rechnen muss, dass sie mitten beim Überqueren der Straße umdrehen und zurück laufen (obwohl das dort in Zusammenhang mit kleinen Kindern und alten Leuten kam).
Aber ehrlich. Was genau ist so schwer daran, sich etwas mehr an die StVO zu halten und wenigstens ein bisschen umsichtig und vorausschauend zu fahren? Der Straßenverkehr ist doch kein Gegeneinander sondern ein Miteinander.

So, genug aufgeregt für heute. Ist schlecht für den Blutdruck und das Wohlbefinden.

Yours, Aly <3

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